DHfK ist sein Baby: Manager Karsten Günther leidet und kämpft in der Krise um was, und es lohnt sich für jeden, jeden Tag früh aufzustehen und bis spät zu arbeiten und zu kämpfen.“ Im November hatte der Klub die Reißleine gezogen und die erst im Sommer neu installierten Trainer Raúl Alonso und Sportdirektor Bas- tian Roschek entlassen – Tabula rasa bei DHfK. „Wir haben einen Stopper reingehauen, Frank Carstens als neu- en Trainer verpflichtet, im Umfeld ein paar Dinge geklärt und mit Dean Bombac einen Führungsspieler dazu- geholt, der auch ein verbindendes Ele- ment hat und das vom Standing her schon ganz anders leitet“, erklärt Gün- ther seine Beweggründe für das Beben. „Seitdem, glaube ich, sind wir wieder in der richtigen Spur und die Mann- schaft funktioniert besser als Team. Wir haben eine klarere Rollenvertei- lung und ein klareres Spielkonzept.“ „Gnadenlos wirtschaftlichen Schwankungen ausgesetzt“ Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist Folge einer „negativen Kas- kade, die ziemlich einzigartig ist“, wie Günther das nennt. Teils wegen einer monatelangen Verletzungsmisere, teils wegen Abgängen aus wirtschaftlichen Gründen brach den Leipzigern ab Oktober 2024 eine komplette Achse an Führungsspielern weg. „Wir hatten ein Jahr lang richtig die Seuche an den Hacken und haben nicht auf den richti- gen Weg zurückgefunden“, so Günther. > W EI T ER AUF SEI T E 18 Das Gute an der Situation ist, es geht jetzt richtig um was.“ Karsten Günther, Geschäftsführer, SC DHfK Handball große Hoffnung, dass wir am 7. Juni mit einem blauen Auge, aber am Ende mit dem Klassenerhalt rausgehen und unsere inoffizielle Deutsche Meister- schaft feiern können.“ Doch bis es soweit ist, liegt noch ein Berg an Arbeit vor den DHfK- Machern. Denn der Klub durchlebt gerade die erste schwere Krise seit der Wiederbelebung der Traditions- marke vor 18 Jahren. Bislang ging es fast nur bergauf. Dass sich das Team nun plötzlich in akuter Abstiegsnot als Tabellenletzter wiederfand, muss- ten sie erst einmal realisieren. „Wenn sowas auf einen Verein trifft, der über- haupt nicht auf Abstiegskampf pro- grammiert ist, sondern immer sehr ambitioniert mittel- und langfristig nach vorne denkt, hat es auch bei uns ein Stück gedauert, bis das hier an- kam“, bekennt Günther. Doch diesen Prozess haben die Grün-Weißen nun durchlaufen. „Gemeinsam erstklassig“ lautet die Kampagne, man wolle „die Situation positiv annehmen“, erklärt Günther kämpferisch. „Das Gute an der Situation ist, es geht jetzt richtig Handelt es sich um einen Ausrutscher oder ein strukturelles Problem, dass die DHfK-Männer derzeit Tabellenletzter sind? Die aktuelle sportliche Situation als Ausrutscher zu sehen, wäre aus meiner Sicht nicht angemessen und fahrlässig. Jeder, egal in welchem System, ist immer wieder dazu aufgerufen, dieses neu zu evaluieren, zu hinterfragen und zu entwickeln, um die Wahrschein- lichkeit zu erhöhen, dass solche Situationen nicht so schnell eintreten. Ich bin sicher, dass die Verantwortlichen genau das tun. Schafft DHfK den Klassenverbleib? Ich sehe in dem neuen Trainer Frank Carstens, den ich persön- lich genauso schätze wie seine Arbeit, einen ausgezeichneten Fachmann, der mit dem Thema Abstiegskampf durch seine Vita bestens vertraut ist. Und ich sehe in der Mannschaft definitiv das Potenzial, die 1. Liga zu halten. Das gesamte Inter- view lesen Sie unter www.ahoi-leipzig.de. Der QR-Code führt direkt dort hin. H A NDB A L L-HO CHBUR G L EIPZIG F EBRUA R 2026 17