Sächsische Sportler beim Fallschirmzielspringen auf dem Flugplatz GeraLeumnitz Genug Platz zum Landen: Oft fährt André Friedrich mit seinen Fahrgästen in Richtung Osten und landet rund um Grimma auf die Bauern –, ein Weg oder eine Straße sein. Oder eine Wiese mit 50 Jungbullen darauf, auf der Friedrich aufgrund von Wetterkapriolen mal zwischenlanden musste. „Du bist den Kräften der Natur ausgesetzt. Es ist tatsächlich eins der letzten Abenteuer, das du nicht von vornherein beein flussen kannst, weil man nehmen muss, was man kriegt“, schildert er. Man müsse die Gegebenheiten an nehmen und lernen, mit ihnen umzu gehen. „Du gleitest lautlos mit dem Wind“ Ein weiterer Punkt, der Friedrich fas ziniert: „Es ist einfach nur extrem ent spannend, wenn du da oben im Korb stehst und zwischen den Brennerstö ßen die Ruhe genießen kannst. Du gleitest lautlos mit dem Wind daher, siehst deine Umgebung immer wieder aus einer neuen Perspektive.“ Es sei einfach nur spannend, die Welt mal von oben zu sehen. Friedrich, der im Hauptberuf bei der Verkehrspolizei arbeitet, entschwindet so dem Ver Landung geglückt: Wo genau es den Ballon hintreibt, bleibt immer ein Nervenkitzel ) t a v i r p ( h c i r d e i r F é r d n A , n e s h c a S N S V S L , ) t a v i r p ( r e n h ö F k c i r t a P : s o t o F Keine Ballonfahrt verläuft wie die andere.“ Ballonfahrer André Friedrich kehrsgewirr und steuert sein Gefährt ohne Stau, Lärm, Unfälle oder nervige Verkehrsteilnehmer. Wer noch mehr Nervenkitzel sucht, findet neben dem reinen Bal lonfahren auch BallonsportWettbe werbe mit verschiedenen Disziplinen – etwa wer den größten Bogen fährt oder innerhalb eines vorgegebenen Höhenkorridors die weiteste Strecke zurücklegt. Beste Ballon-Bedingungen Friedrich nimmt an solchen Wettbe werben als Schiedsrichter teil, schätzt aber vor allem die Freiheit der Erleb nistouren, die er meist für die Firma Sachsen Ballooning fährt. Meist star tet er am KülzPark vor dem Völker schlachtdenkmal. „Von der Stadt aus zu starten, ist schon etwas Beson deres“, sagt er. Längst nicht in allen Städten Deutschlands sei das möglich. In Leipzig, einer der grünsten Groß städte Europas mit seinen zahlreichen Parks und Auwaldflächen, darf das Vor bereiten der Ballons auch auf Grün flächen wie dem Mariannenpark oder am Völkerschlachtdenkmal erfolgen. „Als Ballonpilot braucht es Verant wortungsbewusstsein und auch eine gewisse Risikobereitschaft und Aben teuerlust“, sagt Friedrich. Beides müs se sich etwa die Waage halten, um alle Passagiere immer sicher ans Ziel zu bringen. Es gibt zwar auch Ballon sportvereine wie den in Bitterfeld, aber um einen eigenen Ballon zu besit zen, muss man geschätzt 100.000 Euro investieren, sagt Friedrich. Allein die Hülle kostet 40.000 Euro, hinzu kom men Korb, Brenner, Ventilatoren, Gas flaschen, Anhänger und Zugfahrzeug zum Transport. Luftsport ist generell kein billi ger Sport, aber durch freiwillige Bau stunden wie beim FC LeipzigTaucha oder als FallschirmsprungAusbilder lassen sich die Kosten reduzieren. Was alle Flugsportler eint, ist die rie sige Faszination, von der sie erzählen, wenn sie mit ihrem jeweiligen Sport gerät unterwegs sind. „Es gibt kei nen Moment, an dem der Kopf mehr aus ist als in der Luft“, sagt Samantha Kampe von SkydiveLeipzig. Der alte Traum vom Fliegen – in Leipzigs Luft sportvereinen lebt er weiter. Mehr Infos: www.skydive-leipzig.de, www.fclt.de, www.lsvsn.de L UF T S P OR T IN L EIPZ I G AU G U S T 2 0 26 17